Strava Tagebuch

Ein Bericht über den Transalpine Run 2019 – Westroute von Oberstdorf nach Sulden am Ortler

 „Nun standen mein Bruder, Eike, und ich wieder am Start des Transalpine Runs (TAR), ein Etappenlauf der in 8 Etappen die Alpen überquert, durch vier Länder führt und bei dem insgesamt 274 Kilometer mit 16.150 Höhenmeter im Aufstieg und 14.407 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen sind. Nach dem wir im letzten Jahr sprichwörtlich das Ziel auf dem „Zahnfleisch“ erreicht hatten, versprachen wir uns nie wieder an dem TAR teilzunehmen. Aber nach einigen wenigen Wochen der Erholung, in denen die Schwellungen aus den Bändern und den Muskeln geringer wurden, hatten wir uns dann doch entschlossen noch einmal an den Start zu gehen. Während es im letzten Jahr auf der sogenannten Ost-Route von Garmisch-Partenkirchen nach Brixen ging, sollte es dieses Mal auf der West-Route von Oberstdorf nach Sulden am Ortler gehen. Bei bestem Wetter standen wir dann auch am Samstag, den 31.08.2019 in Oberstdorf am Start.

Die erste Etappe führte uns über knapp 41 Kilometer und 2.450 Höhenmeter ins österreichische Lech am Arlberg. Durch unsere Erfahrungen aus dem letzten Jahr hatten wir uns dieses Jahr auch etwas für die Gesamtwertung vorgenommen. Die Vorbereitungen liefen auch recht vielversprechend und es wurden auch mehr Höhenmeter im Deister, Harz und sogar am Langenhagener Müllberg gesammelt. So starteten wir schnell in die erste Etappe und konnten uns von den über 60 Teams in der Männerkategorie gleich im vorderen Drittel eingruppieren. Beim TAR gibt es keine Einzelwertung sondern nur Teamwertungen, ein Team besteht dabei aus 2 Teilnehmern. (Insgesamt haben über 350 Teams in den unterschiedlichen Alters- und Geschlechtergruppen am Wettkampf teilgenommen.) Für die Zeitnahme zählt dabei immer die Zeit des langsameren Läufers, wobei dieser maximal 2 Minuten hinter seinem Teampartner sein darf. Leider konnten wir das Tempo nicht über die komplette erste Etappe halten und zollten den hochsommerlichen Temperaturen Tribut. Mit einigem Kräfteverschleiss und ein wenig Resignation sind wir als 47. mit einer Zeit von 7h38 in Lech angekommen. Da war dann auch gleich wieder die Erinnerung wie hart dieser Wettkampf eigentlich ist… Am nächsten Tag ging es dann über „nur“ 30 Kilometer und 1.850 Höhenmeter nach St. Anton. Hier konnten wir uns schon viel besser ins Rennen einfinden und ein wenig Zeit gutmachen, sodass wir als 35. mit einer Zeit von 5h06 ankamen. Die dritte Etappe nach Landeck war dann auch schon wieder ein „Ultra“ (so heißen alle Läufe, die ungefähr gleich oder länger als ein Marathon sind und deutliche Höhenunterschiede zu bewältigen sind) und es ging über 42 Kilometer und knapp 2.000 Höhenmeter. Während im letzten Jahr die Muskelschmerzen und insbesondere der Muskelkater vom Bergablaufen stetig zunahmen, war dieses Jahr bis jetzt noch alles in Ordnung. So konnten wir auch hier unter leicht regnerischen Bedingungen ein wenig Zeit gutmachen. Im Ziel waren wir dann 31. und benötigten 5h45. Die vierte Etappe ins schweizerische Samnaun war dann auch die Königsetappe des diesjährigen Transalpine Runs. Es ging über 45 Kilometer und knapp 3.000 Höhenmeter, wobei schon der erste Anstieg fast 2.000 Höhenmeter am Stück hatte! Der höchste Punkt lag dabei bei 2.800 Meter über Null. Das Wetter spielte auch wunderbar mit und man hatte einen fantastischen Blick auf die umliegenden Berge. Vom Start in Landeck ging es sofort über viele anspruchsvolle Pfade in Richtung des Skigebiets von Serfaus. Wir fanden schnell einen guten Rhythmus und konnten diesen dann auch bis Samnaun durchhalten. Erfreulich war für uns auch die Erkenntnis, dass wir gegen Ende einer so langen Etappe auch noch Tempo zulegen konnten. So sammelten wir einige Teams auf den welligen Schlusskilometern ein und konnten nach 7h24 wieder den 31. Platz belegen. Auf der folgenden 5. Etappe stand dann ein sogenannten Bergsprint über knapp 8 Kilometer und gut 820 Höhenmeter zu einer Seilbahnstation auf dem Plan. Bei einem Bergsprint starten die Teams in kurzen Zeitabständen von 15 Sekunden nacheinander und versuchen die schnellstmögliche Zeit über die Distanz zu laufen. Wir konnten über diese kurze Distanz ebenfalls die positive Tendenz der letzten Tage fortsetzen – Platz 30. Von Samnaun ging es dann am folgenden Tag ins schöne Engadin nach Scuol. Auf der Etappe waren dann 41 Kilometer und 2.275 Höhenmeter im Aufstieg sowie 2.886 Höhenmeter im Abstieg zu meister. Meinem Bruder Eike und mir geling dies an diesem leicht regnerischen Tag sehr gut, sodass wir auf Platz 27 das Ziel erreichten. Pünktlich als wir das Ziel erreichten fing es dann auch an in strömen zu regnen und in den Bergen zu schneien. Der Neuschnee begleitete uns dann auch auf der folgenden Etappe Nummer 7. Von Scuol ging es durch die wunderschöne Uina Schlucht nach Italien in das kleine Dörfchen Prad am Stilfserjoch. Obwohl die Temperaturen einstellig waren und wir oberhalb von 2.000 Meter mit Schnee auf den Pfaden zu kämpfen hatten, war dieses für uns die beste Etappe sodass wir nach 45 Kilometern auf Platz 18 ins Ziel kamen. Leider musste die Streckenführung auf der letzten Etappe durch den Schnee leicht verändert werden, sodass eine Alternativroute über knapp 27 Kilometer und gut 2.600 Höhenmetern nach Sulden am Ortler führte. In Sulden erwartete uns dann Platz 21, ein 28. Platz in der Gesamtwertung sowie natürlich ein toller Zieleinlauf mit einer anschließenden Finisherparty bis spät in die Nacht. Rundum zufrieden konnten Eike und ich dann noch eine Woche Urlaub und Regeneration in den Bergen anschließen, hatten wir nach dem harten Kampf des Vorjahres nun unseren „Frieden“ mit dem Transalpine Run gefunden.“

 

Bereits vor etwas mehr als 2 Wochen fanden auf der Kananoher Straße zum dritten Mal in Folge „unsere“ Deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren der U17m/w statt. Bei einer reibungslosen Veranstaltung, für die wir viel Lob von den Verbänden bekamen, fuhren unsere Rennfahrer im Bereich ihrer Leistungsmöglichkeiten. Ole Geisbrecht war bester Blau-Gelber auf Platz 30. Japser Schröder und Noah Balgenorth, die beide auch im nächsten Jahr noch in der U17 starten dürfen, kamen auf den Platzen 40 und 48 ins Ziel. Am nächsten Tag folgte für die drei das Sichtungsrennen auf dem knapp 10 km langen Rundkurs in und um Holtensen. Durch die seit dem letzten Jahr neu eingeführten Bergwertungen und den starken Wind wurde das Rennen sehr schnell gefahren und in einzelne Gruppen zerteilt. In der 15 Fahrer starken Führungsgruppe waren alle Wertungstrikots der Sichtung vertreten und die besten machten das Rennen unter sich aus. In der Verfolgergruppe waren wir mit Ole und Jasper vertreten, die immer wieder Führungsarbeit leisteten. 1 km vor dem Ziel griff Jasper noch einmal an und konnte sich vom verbliebenen Feld lösen. Trotz dieser sehenswerten Fahrweise wurde er leider kurz vor dem Ziel gestellt und fuhr mit der Gruppe ins Ziel, Ole Geisbrecht versuchte sich im Sprint und wurde am Ende noch Gesamt-23. Noah erreichte mit der Gruppe dahinter ins Ziel.

Am selben Tag waren unsere U13- und U15-Fahrer beim „Kleinen Preis von Buchholz“ (in der Nordheide) vertreten. Leider stürzte Jakob Fuchs in der U13 und musste das Rennen mit Prellungen aber ohne schwerere Verletzungen vorzeitig beenden. Silias Seifert kam auf den 7. Platz, Max von Amsberg schaffte als Dritter den Sprung aufs Podium. Tom Luis Lehmeier kommt nach seiner langen Verletzungspause immer besser in Schwung und fuhr in der U15 als 7. über den Zielstrich, Marc Nielen wurde hier 10.

Am folgenden Samstag fanden auf der Göttinger Radrennbahn die Landesmeisterschaften statt. In der U13-Klasse kam der wieder genesene Jakob Fuchs auf den 4. Platz, dort wurde Silias Seifert 6. In der U15 konnte sich Tom Luis Lehmeier als 2. sogar den Vize-Titel sichern. Getoppt wurde dieses Ergebnis nur noch vom Doppelsieg in der U17, wo Jasper Schröder vor Ole Geisbrecht gewinnen konnte.

Das Rennen in Hannover Hainholz am Sonntag markierte für viele ihren Saison-Abschluss auf der Straße. Entsprechend motiviert waren alle, noch einmal ein gutes Ergebnis abzuliefern, zumal das Rennen gleichzeitig den Abschluss des niedersächsischen Schülercups bedeutete. In der U13 wurde Max von Amsberg 4., Jakob 5. und Silias 7. In der Gesamtwertung des Schülercups bedeutete dies für Max den 2. Platz. Dort wurde Jakob 4., Silias kam auf den 5 Gesamtrang und Alexander Geiz, der krankheitsbedingt seiner Saison schon früher beendete wurde trotzdem noch 7. In der U15 starteten wieder Tom Luis und Marc, Tom Luis konnte wie bereits tags zu vor aufs Podium fahren, diesmal als Dritter. Dies bedeutete in der Schülercup-Wertung für ihn den 9. Rang, Marc worte dort 11.
In einer etwas anderen Zusammenstellung fuhren unsere U17-Fahrer. Noah war diesmal nicht am Start, dafür sprang unser Cross-Spezialist Silas Kuschla ein, der sich schon im Anfang seiner Winter-Saison befindet. Jasper fuhr auf einen starken 3. Platz, Silas kam auf Platz 6 ins Ziel, Ole lies „ausrollen“ und wurde 8. Matteo Oberteicher startete in der Amateur-Klasse, da kein U19-Rennen ausgeschrieben war. Dort schlug er sich als Crossfahrer auf dem kurvigen Kurs ausgezeichnet und wurde trotz der höheren Rennklasse Dritter. Hendrik Eggers bekam es im Rennen der Elite-Amateure beinahe mit der gesamten Bahn-Nationalmannschaft von Rad-Net-Rose zu tun, die mit 7 Fahrern anreisten. Drei von ihnen entschieden sich zeitnah eine Runde Vorsprung auf das Feld herauszufahren und das Rennen somit schon zu entscheiden. Allerdings war Hendrik auch nicht ganz untätig und fuhr zusammen mit Domenic Weinstein (amtierender Vizeweltmeister in der Einerverfolgung) ebenfalls aus dem Feld heraus. Gegen Weinstein war am Ende zwar kein Kraut gewachsen, allerdings bedeutete der 5. Platz am Ende den Sieg über alle, mit denen er den Rest des Jahres Rennen fährt.  

Ein dickes Ausrufezeichen in Hinblick auf 2020 lieferte Jasper Schröder bei der Bahn-Sichtung in Frankfurt/Oder ab. Da dort bereits nach den Altersklassen der neuen Saison gefahren wird, befand sich Jasper dort bereits im 2. Jahr der U17, während Ole Geisbrecht es mit der starken Konkurrenz der Junioren U19 aufnehmen musste. Mit Platz 6 im 2000m-Zeitfahren und einem noch stärkeren 4. Platz im Ausscheidungsfahren konnte er die Basis für den 3. Platz in der Gesamtwertung legen und liegt damit in der Sichtungs-Rangliste für 2020 jetzt schon auf dem Podium. Ole Geisbrecht zeigte ebenfalls gute Leistungen, die ihn auf den 24. Platz bei den Junioren brachten.

Nun beginnt für viele erstmal der Winterschlaf, ein sehr trainingsintensiver Winterschlaf natürlich. Jetzt ist Silas Kuschla wieder in seinem Element, der in den vergangenen Wochen schon ausgezeichnete Ergebnisse einfahren konnte, u.a. mit einem Sieg und mehreren Podiumsplatzierungen in Belgien und dem Sieg beim Cloppenburger Citycross. Am Wochenende folgt dann der erste Lauf der Cross-Bundesliga bin Bad Salzdetfurth.

 

Außerdem gibt es einen Neuzugang zu verkünden! Elias Lanfermann, bisher U17-Fahrer des SV Victoria Lauenau wird ab sofort in unserem Trikot unterwegs sein. Er ist unter anderem amtierender Landesmeister am Berg der U17, außerdem Vize-Landesmeister auf der Straße und 10. der DM Cross des letzten Winters. Er war in den letzten Wochen im Cross bereits in blau-gelben Farben unterwegs, wurde bei seinen ersten U19-Rennen 3. in Cloppenburg und gewann den ersten Lauf der Braunschweiger Cross-Serie.

Herzlich Willkommen Elias!