Strava Tagebuch

Bevor sich die Straßen-Rennsaison allmählich dem Ende neigt, hatten es die letzten Wochen noch einmal ordentlich in sich. Bei insgesamt 12 verschiedenen Veranstaltungen standen unsere Rennfahrerinnen und Rennfahrer in den vergangenen 14 Tagen am Start. Doch der Reihe nach:

Bereits am Freitag den 23.8. starteten die Young-Classics, eine der größten deutschen U17-Rundfahrten mit einem stark besetzten, internationalen Fahrerfeld. Gleich an Anfang konnte die niedersächsische Mannschaft mit Ole Geisbrecht, Jasper Schröder und Noah Balgenorth mit dem 12. Platz im Mannschaftszeitfahren auf sich aufmerksam machen. Auf der ersten, typisch für die U17-Rennen sehr nervösen Straßenetappe kamen unsere drei dann nur im hinteren Bereich des Feldes ins Ziel, doch im anschließenden Zeitfahren zeigten sie, dass sie nicht auf Platz 100 gehören, dort wurde Ole 30., Jasper 34. und Noah 76. Auf der letzten Etappe, die größtenteils auf der Strecke der Profis gefahren wurde, gelang es ihnen, allen Stürzen aus dem Weg zu gehen. Sie verloren keine weitere Zeit und so konnten sich alle 3 in der Gesamtwertung zur vorderen Hälfte der 127. Fahrer zählen, die das Ziel erreichten. Am besten war Ole als Gesamt-32., Jasper wurde 34. und Noah belegte den 47 Platz.

Männerfahrer Steffen Reger wagte sich, ebenfalls am Sonntag in Hamburg, bei den Cyclassics über die lange 156 km-Runde der Jedermänner mit knapp 1500 Startern. Hier dazu ein kleiner Bericht von ihm:
„Heute stand bei mir das Straßenrennen über 156 km der Cyclassics in HH auf dem Programm. Dank des strukturierten Trainings der letztens Wochen (und vielleicht auch wegen der Dienstäglichen „Hendrik Eggers -  Ich tu euch mal ein wenig weh“-Intervalle) lief das Rennen erstaunlich gut. Bis Kilometer 100 hielt ich mich in der ca. 150 Mann starken Spitzengruppe. Dann schlug die Windkante in das hintere Drittel des Feldes ein. Leider mit mir dabei, habe auch zu langsam geschaltet und die Situation falsch eingeschätzt. Ab da habe ich mich dann mit einer 12 Mann starken Gruppe auf die Verfolgung gemacht. Wir konnten uns zwar erfolgreich von den restlichen 28 absetzen, waren aber zu schwach um wieder ans Hauptfeld heranzufahren. Die letzten 20 km hatte ich mit Oberschenkelkrämpfen zu kämpfen und bin dann mit ins Ziel gerollt. Am Ende steht ein für mich überraschend gutes Ergebnis: Platz 98 in der Gesamtwertung nach 3:46 h (Schnitt: 41,36 km/h).“

Am selben Wochenende war Helge Mensching als Vorbereitung für die erneute Teilnahme am „Transalpine Run“ beim „B2Run“ in Hannover am Start. Es ging auf einer 6,5 km langen Strecke rund um den Maschsee mit Ziel in der HDI-Arena. Am Ende belegte Helge mit einer Zeit von 24:19min einen beeindruckenden 18. Gesamt-Rang von 11.500 Teilnehmern! In der Sonderkategorie „Chef-Wertung“ belegte er hinter einem Spanier den 2. Rang, er gewann also sozusagen die nationale Chef-Wertung 😉

Zurück zu den Radrennen: Am Sonntag den 25. August wagten sich mit Patrick von Amsberg, Matteo Oberteicher und Philipp Ulke 3 unserer Rennfahrer in die brütende Hitze nach Melle. Die Rennen der Junioren U19 und Master 2 fanden gemeinsam statt, Matteo überquerte als 3. die Ziellinie, Patrick erreichte den 6. Rang. Im Rennen der Männer Amateure fuhr Philipp das für ihn erste Rennen seit mehr als einem Jahr. Entsprechend planlos stand er am Start und wusste nicht so genau, was die paar Trainingskilometer in diesem Jahr bewirken. Doch es lief erstaunlich gut, er hielt sich aus den Wertungssprints heraus um Kräfte zu sparen, gewann am Ende den Sprint des Hauptfeldes und sicherte sich so den 12. Platz.

Deutlich schlechter lief es für Philipp am folgenden Samstag in Werne. Wenn man um 5.30 Uhr auf- und bereits um 9 Uhr am Start steht, erwartet man sich natürlich deutlich mehr als 15 Meter Radrennen. Doch aus unerfindlichen Gründen riss direkt nach dem Start die Kette, was zur Folge hatte, dass er zum ausgiebigen zweiten Frühstück schon wieder zu Hause war. Matteo Oberteicher kam im Rennen der Junioren U19 auf den 5. Rang.

Am selben Wochenende waren unsere Schüler U13-Fahrer Alexander Geiz, Silias Seifert, Jakob Fuchs und Max von Amsberg zur „Internationalen Kids-Tour“ mit den beiden Betreuern Gaby Biermann und Patrick von Amsberg in Berlin. In der gleichen Besetzung wie schon zur Ostthüringen-Tour und in der Süd-Pfalz vor einiger Zeit freuten sie sich nun auf die nächste große Rundfahrt. Hier dazu der Rennbericht von Gaby Biermann:

„Letztes Wochenende fand in Berlin die 27. Kids-Tour, die „kleine Tour de France der Kinder“, statt. In der U 13 gingen für den LV Niedersachsen Jakob Fuchs, Alexander Geiz, Silias Seifert und Maximilian von Amsberg an den Start. Alle waren sehr motiviert, diese für sie in diesem Jahr schon 3. Rundfahrt nach der Ostthüringen- und der Südpfalz-Tour zu bestreiten. Gemeldet waren 104 Sportler aus der gesamten Bundesrepublik, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Lettland. Die 1. Etappe fand als Einzelzeitfahren in der Nähe von Lehnitz statt. Es ging über 10 km. Max belegte den 90. und Silias den 99. Platz. Alex wurde 101. und Jakob nach einem Sturz, der für ihn und sein Rad glimpflich verlief, den 103. Rang.

Am Samstag warteten in Willmersdorf bei Werneuchen 2 Etappen auf unsere Kids. Beginn war morgens mit einem 4er Mannschaftszeitfahren über 10,4 km. In 19:08,85 Minuten wurde unsere Mannschaft 13. Gar nicht so einfach, die Ablösungen zu fahren, im richtigen Moment zu wechseln, je nach Geländebeschaffenheit und Windrichtung das eigene Leistungsvermögen richtig einzuschätzen! Alle Vier kamen fast geschlossen ins Ziel. Nachmittags dann ein Straßenrennen auf demselben Kurs über 2 Runden = 20,8 km. Silias hatte gleich beim Vorstart Pech. Er bekam den Lenker eines Mitstreiters in den Bauch und quälte sich mit Schmerzen durch das Rennen. Aber ein Aufgeben war für ihn keine Option! Max war auf dieser Etappe als bester Niedersachse 71., Jakob 93., Alex 94. und Silias 101. Sonntag wurde das Finale in Hellersdorf auf einem Rundkurs von 2,93 km x 8 Runden gefahren. Ergebnis: 87. Jakob, 88. Alex, 89. Max. Silias kämpfte gegen die Überrundung, musste dann aber doch leider das Rennen verlassen.

In der Gesamtwertung belegte Max von Amsberg den 84. Platz, Jakob Fuchs wurde 91. und Alex Geiz 92. In der Mannschaftswertung konnten wir als 24. immerhin zwei Teams hinter uns lassen. Außer Max können alle auch im kommenden Jahr noch in der U 13 starten. Und alle, auch Max, sind sehr motiviert, dann ihre Leistungen zu steigern. Für die Kids war diese Rundfahrt ein tolles Erlebnis! Selten starten sie gemeinsam mit so vielen anderen. Im Interview sagte Bernd Drogan: „...wichtig ist, was die Kinder für ihr Leben mitnehmen – wieder aufstehen, wenn man gefallen ist, Ehrgeiz, Disziplin, Kameradschaft, Durchhaltevermögen, Fairness, Freundschaft und vor allem ganz viel Freude.“ Besser kann man es wirklich nicht ausdrücken!“

 Am selben Sonntag wie das Finale der Kids-Tour startete Hendrik Eggers ebenfalls in ein großes Abenteuer. Mit dem Ötztaler Radmarathon lagen 238 harte, bergige Kilometer, 5500 Höhemeter und ein Rennfahrerfeld mit vielen erfahrenen Marathonfahrern und ehemaligen Radprofis zwischen ihm und der Ziellinie. Hier der „etwas andere“ Rennbericht von einem relativ selbstkritischen Hendrik:

„Thema Ötztaler und was man daraus lernen kann:

  1. Eine Startaufstellung ohne Leistungsabstufung ist blöd! Ab 5:30 mehr als 1 Stunde im Dunkeln zu stehen ist auch blöd, trotz der guten Unterstützung meiner Freundin.
  2. Berge abwärtsfahren ist super! Bis Ötz hatte ich es in die Spitze geschafft. Leider konnte ich diese nicht wie geplant bis zum Brenner halten und bin sicher über ein sinnvolles Limit mit 200km vor der Brust gegangen.
  3. Der Brenner ist wirklich harmlos! Mit einer kleinen Gruppe geht das schon zügig bergauf dank der richtigen Lokomotive.
  4. Nächstes Mal große Flaschen an das Rad oder Betreuer an der Strecke erforderlich! Im Sinne des Leistungsgedanken wollte ich erst am Jaufenpass die erste Versorgung ansteuern. Das war leider für den Flüssigkeitshaushalt zu spät und sorgte sicher für eine Leistungsminderung. Am dritten Pass also dann allein mit weniger Watt und Durst angekommen.
  5. Bei >6h Fahrtzeit wird selbst die Mütze unter dem Helm schwer! Also ab damit und zukünftig bei Marathons darauf verzichten.
  6. Die Erkenntnis was ein Marathon bedeutet! Selten so langsam gefahren und so gelitten. Die letzten Kilometer am Timmelsjoch kämpfte ich gegen den Drang einer Pause in 100m Schritten bergauf. Kurz vor der Kuppe kommt aber dann wieder Ehrgeiz und ein bekanntes Gesicht von Hinten, sodass ich in der kleinen Gegensteigung und bergab nochmal erfolgreich aufdrehen konnte.
    Fazit: doch "etwas" unterschätzt diese Strapaze, d.h. nie wieder! (direkt nach dem Rennen); aber vielleicht geht es doch noch etwas besser, d.h. nochmal!? (mit einer Woche Abstand)“

Anmerkung: Hendrik erreichte in einem hochkarätigen Fahrerfeld von über 4500 Fahrern, die so ziemlich alle über mehr Marathonerfahrung verfügten als er, den 86. Gesamtplatz. Eine vergleichende Anschauung: Die Ex-Profis Johnny Hoogerland und Francesco Casagrande (seinerzeit 2. des Giro d’Italia) kamen auf die Plätze 30. beziehungsweise 33.

Am vergangenen Samstag dann durften unsere Sportler endlich einmal wieder bei einem heimischen Rennen am Start stehen. In Hannover Döhren zeigten 9 blau-gelbe Rennfahrer auf dem 1 km langen verwinkelten Kurs was in ihnen steckt. Gerade bei den „Kleinen“ merkt man allmählich die Länge der Renn-Saison. Unsere „Rundfahrer“ der U13-Klasse waren trotzdem wieder alle am Start, Max von Amsberg konnte als 5. am besten abschneiden, Jakob wurde 7., Alexander 9. und Silias kam als 10. ins Ziel. In der Schüler U15-Klasse konnten wir zwei altbekannte Gesichter entdecken, Marc Nielen fuhr nach Osterweddingen vor 2 Wochen sein zweites Rennen der Saison und auch Tom Luis Lehmeier kehrte nach langer Verletzungspause zurück. Nach dem 14. Platz in Osterweddingen konnte Marc in Döhren auf den 8. Rang fahren., Tom Luis wurde sogar 6. Das Rennen der Junioren U19 wurde wieder zusammen mit dem der Masters ausgetragen. Mit zahlreichen frühen Attacken gespickt war das Rennen von Anfang an schnell. Auch Matteo attackierte fleißig mit, konnte sich jedoch nicht entscheidend absetzen. Am Ende sprang erneut der 5. Platz heraus, Michael Zwick wurde im Masters-Rennen 7.

Die gesamte Woche lang war außerdem unser Rennfahrer/Triathlet/Läufer Helge Mensching zusammen mit seinem Bruder Eike wie schon im letzten Jahr beim „Transalpine Run“ über 8 harte Etappen durch 4 Länder, mit einer Gesamtlänge von 274 km und über 16.000 Höhenmetern (zu Fuß!). Der Lauf ist weit über europäische Grenzen bekannt und so traten auch in diesem Jahr wieder 286 Teams aus 40 Nationen an, darunter auch Neuseeländer, Teams aus Hong Kong, Kanada oder Russland. Wie es den beiden ergangen ist, welche Probleme sie gelöst, welche Leiden ertragen und welche Erfahrungen sie gemacht haben, erfahrt ihr demnächst in einer gesonderten Nachricht.

 Am Sonntag dann fuhren einige unserer Schülerfahrer noch den Kids-Cup in Hamburg. Dort belegte Jakob den 4. Platz, Alexander wurde 6. und Silias kam als 9. ins Ziel. Außerdem waren unsere Jugendfahrer in Genthin bei den Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren am Start. Eine besondere Ehre für uns, denn 3 der 4 Fahrer, die für das niedersächsische Team ausgewählt wurden, sind Blau-Gelbe. Die Mannschaft um Noah Balgenorth, Jasper Schröder und Ole Geisbrecht zusammen mit Tom Köbernik fuhr von Anfang an ein hohes Tempo, allerdings hatten sowohl Jasper als auch Noah in Vorbereitung auf das Rennen mit leichter Krankheit zu kämpfen. Am Ende der 40 harten Kilometer sprang trotzdem noch der 8. Platz heraus, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 45 km/h.

Noch ein kleiner Blick auf das kommende Wochenende: Am Samstag werden wir zum 3. Mal in Folge bei unserem Zeitfahren in Langenhagen auf der Kananoher Straße die Deutschen Meisterschaften der U17-Klassen austragen. Dazu würden wir uns sehr freuen, euch zahlreich zu diesem Ereignis begrüßen zu dürfen, der Wetterbericht sagt endlich einmal für eine unserer Veranstaltungen keinen Regen voraus, also Daumen drücken 😉