Strava Tagebuch

Im Radsport herrscht Hochsaison. Da der Rennkalender von Mai bis Juli mit pro Wochenende mehreren Rennen vollgepackt ist, gibt es aus den vergangenen 2 Wochen wieder einiges zu berichten.
Unsere U13-Fahrer Jakob Fuchs, Silias Seifert, Alexander Geiz und Max von Amsberg fuhren bei der Ostthüringen-Rundfahrt in und um Gera ihr erstes mehrtägiges Etappenrennen. Der Prolog am Freitag, wurde bei insgesamt 131 Startern (allein in der U13-Klasse!) in 4 Rennen aufgeteilt, damit sich die Fahrer erst einmal an die größeren Fahrerfelder gewöhnen konnten. Für unsere 4 ging es von vorne herein in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln, da es ihre erste große Rundfahrt mit einem solchen Fahrerfeld war. Sie schlugen sich wacker, bester Prolog-Fahrer war Max von Amsberg, der in seinem Rennen den 16. Platz erreichte. Am nächsten Morgen ging es bereits um 9 Uhr weiter, mit dem Geschicklichkeitsfahren. In dieser seltenen Disziplin geht es darum, in einem festgelegten Parkour ohne Fehler (z.B. Umwerfen eines Hindernisses) zu bleiben und eine möglichst schnelle Zeit zu erzielen. Hier wurde am Gesamtergebnis deutlich, dass diese Disziplin vor allem im ostdeutschen Raum öfter Bestandteil der Rennen ist, bester Blau Gelber war Jakob Fuchs auf dem 74. Rang. Am selben Nachmittag startete dann die erste „große“ Etappe mit dem gesamten Fahrerfeld. Entsprechend nervös war es schon bei der Übersetzungskontrolle und anschließend in der Startaufstellung, wo bei manch einem Trainer und Sportler die Nerven blank lagen und gedrängelt und geschubst wurde, um eine möglichst gute Startposition zu erreichen. Unsere 4 ließen sich nicht davon beeindrucken und so startete Max aus einer der ersten Reihen in perfekter Ausgangslage.

Doch in der 2. Runde kam es, wie es bei so einem großen Rennen kommen musste: Direkt vor Max, der bis dahin in der ersten Gruppe sehr gut positioniert war, gab es einen Sturz, er konnte nicht mehr ausweichen und stürzte bei hoher Geschwindigkeit zusammen mit einigen anderen Fahrern. Zu seinem Leidwesen kollidierte er wohl noch mit einem Pfahl, sodass er mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Kurze Zeit später eine erste Entwarnung, keine Knochenbrüche. Doch der Helm war kaputt, was immer ein erstes Zeichen für eine Gehirnerschütterung ist. Dies, gepaart mit Kopfschmerzen und Übelkeit veranlasste den Rennarzt und uns Betreuer zu sagen, dass die Rundfahrt für Max leider nicht weitergehen kann. Die anderen 3 Fahrer hatten im Rennen natürlich alles mitbekommen und waren in heller Aufregung. Schlussendlich konnten sie aber allen weiteren Stürzen ausweichen und erreichten sicher das Ziel. Das Fahrerlager glich nach der Etappe einem Lazarett, am nächsten Tag starteten „nur“ noch 105 Fahrer. Auf der anspruchsvollen Strecke mit einem langen Anstieg wurde Jakob zum Schluss noch einmal 96. Silias und Alex fuhren das ganze Rennen sehr gut zusammen, Silias kam etwas schneller bergauf und Alex übernahm die Führungen bergab und in den Kurven. In der Gesamtwertung belegten die 3 keine der vorderen Ränge, haben jedoch so viel gelernt, wie sonst in einem halben Jahr und hatten dabei auch noch sehr viel Spaß.    
Zum Schluss noch ein großes Kompliment an die Ausrichter: Die Ostthüringen-Rundfahrt ist ein bestens organisiertes Radrennen, das mittlerweile fest in allen Rennkalendern notiert ist und das in seinen Siegerlisten bereits Fahrer wie einen gewissen Pascal Ackermann hat. Am Samstagabend wurde für die Rennfahrerinnen und Rennfahrer ein Kino-Abend organisiert, für die Trainer, Betreuer und sportlichen Leiter gab es einen Empfang. Die Unterkünfte waren mit Einzelzimmern für alle ausgestattet und auch das Essen war sehr gut, wir werden nächstes Jahr also bestimmt wiederkommen!

Am selben Wochenende fuhren außerdem noch Hendrik Eggers und René Kühnast in Salzwedel. Während Hendrik sehr aufmerksam wie immer fuhr und am Ende einen guten 6. Platz einfuhr, hatte René leider weniger Glück. Aus heiterem Himmel, ohne Fremdeinwirkung ging plötzlich das Schaltauge zu Bruch. Glück im Unglück, er stürzte nicht, musste das Rennen jedoch wegen diesem Defekt vorzeitig verlassen.
Zeitgleich fanden in Karbach die nächsten Läufe zur U19-Bundesliga und U17-Sichtungsserie statt. Im Rennen der Junioren U19 über gut 120 km konnte Christopher Plenefisch lange mithalten, musste jedoch irgendwann seinem aktuell sehr intensiven Trainingsblock Tribut zollen. U17-Fahrer Ole Geisbrecht fuhr ein sehr engagiertes Rennen. Er konnte sich schon früh beim Zwischensprint einen wichtigen Punkt für die Sprintwertung sichern und zudem noch eine Attacke fahren. Nachdem er zusammen mit seinem Mitstreiter in der Ausreißergruppe vom großen Hauptfeld wieder gestellt wurde, stürze er leider. Es passierte nicht viel, sowohl Fahrer als auch dem Rad ging es gut, also fuhr er durch die Autokolonne wieder nach vorne. Leider kam er genau dann wieder im Hauptfeld an, als es zur 2. Bergwertung ging. Von den vorangegangenen Strapazen gekennzeichnet, musste er die Spitzenfahrer ziehen lassen und fuhr sein eigenes Tempo. Nach ein wenig Verpflegung in flüssiger und fester Form war Ole aber wieder obenauf und konnte sich nach vorne kämpfen. In perfekter Position durch die letzte Kurve, merkte er im Sprint dann aber die vorangegangene Verfolgungsjagd. Am Ende sprang trotzdem noch ein sehr guter 16. Platz für ihn heraus.

Traditionell fahren Norddeutsche Radfahrer an Christ Himmelfahrt Rad statt Bollerwagen. Bei wie immer großen Starterfeldern in Buchholz in der Nordheide waren auch unsere 3 Fahrer von der Ostthüringen-Rundfahrt wieder dabei, Max musste leider wegen der Gehirnerschütterung noch ein wenig pausieren. Auf dem schweren, welligen und sehr kurvenreichen Kurs gelang es Jakob auf Platz 6 zu fahren, Alexander wurde 12., Silias kam auf dem 16. Rang ins Ziel. Im Rennen der U17 bot sich Jasper Schröder ein ungewohntes Bild, er als einziger Blau Gelber. So konnte er zwar völlig auf eigene Kappe fahren, hatte jedoch keine Helfer an seiner Seite. Doch es konnte sich keine Spitzengruppe entscheidend absetzen und so kam es unweigerlich zum Sprint. Sieger Tom Köbernik überraschte alle mit einem sehr früh angezogenen Spurt, auf den die restlichen Fahrer nicht mehr reagieren konnten. Im Fotofinish fuhr Jasper mit seiner hohen Endschnelligkeit aber mit dem dritten Rang noch aufs Podium. In der U19-Klasse kommt Christopher Plenefisch immer besser in Tritt und fuhr in einem von der ersten Runde an hart umkämpfen Rennen auf den 13. Platz. In der Männer Elite über 30 Runden und 90 km wurde es durch das gemeinsame Rennen mit den Amateuren schnell unübersichtlich, besonders für die Zuschauer. Doch Hendrik Eggers behielt den Durchblick und kam in einem Rennen mit verhältnismäßig vielen Stürzen durch teils regennasse Fahrbahn und auf einen sehr soliden 12. Platz, während die großen Teams mit Fahrern wie Bahn-Weltmeister Kersten Thiele den Sieg unter sich ausmachten.


Am heutigen Sonntag machte sich dann Steffen Reger auf nach Köln, um bei bestem sommerlichem Wetter das Jedermann-Rennen des großen Radklassikers „Rund um Köln“ unter die Räder zu nehmen. Nach beruflich bedingt wenigen Renn-Kilometern in diesem Jahr eine große Herausforderung, zumal der 123 km lange Kurs 1800 Höhenmeter beinhaltete, und das alles bei 30°C im Schatten. Nach der flachen, aber sehr schnellen und verwinkelten Streckenführung auf den ersten 30 Kilometern ging es permanent wellig mit vielen technisch anspruchsvollen Steigungen und vor allem Abfahrten durch das Bergische Land, dazu noch 2 Kopfsteinpflasterpassagen am Bensheimer Berg – bei Kilometer 105 dann doch eher undankbar. Doch Steffen kämpfte sich durch und erreichte nach 3:20 Stunden das Ziel, am Ende auf Platz 225 von über 1000 Teilnehmern.