Strava Tagebuch

Bereits seit über 50 Jahren findet am 1. Mai das traditionsreiche Radrennen am Lindener Berg statt. Abgesehen davon, dass es eins der größten und bestbesuchten Rennen der Umgebung ist, wird es gerne als letzter großer Test vor den Landesmeisterschaften am Wochenende genutzt. Und so fuhren dort auch in diesem Jahr unsere Rennfahrer wieder den gefürchteten Pflasterberg hinauf und kämpften um gute Platzierungen. Zuerst waren unsere U17er an der Reihe: Mit Silas Kuschla, Jasper Schröder, Noah Balgenorth und Ole Geisbrecht in voller Mannschaftsstärke am Start, gingen schnell die ersten Attacken. Mit dabei immer wieder Ole und Jasper, die Gruppen konnten sich jedoch nie entscheidend absetzen. Dann der erste Defekt, es sollte nicht der letzte in dieser Woche gewesen sein. Ole trat nach der Kurve an, doch plötzlich gab der Freilauf des Hinterrads nach und er trat ins Leere. Geistesgegenwärtig reagierte er genau richtig, sprang vom Rad, zog die Radschuhe aus und lief mit seinem Rad den ganzen Lindener Berg hinauf, um oben den Defekt anzuzeigen und so eine Rundenvergütung zu bekommen. Angefeuert von den Zuschauern sprang er wieder aufs Rad, musste das Rennen nach wenigen weiteren Runden allerdings endgültig aufgeben. Da das Rennen als Kriterium ausgetragen wurde, mussten die Fahrer fleißig Punkte sammeln. Dies gelang auch, sowohl Jasper als auch Silas hatten bereits 2 Zähler, als es in die letzten Runden ging. Allerdings ließen dort etwas die Kräfte nach und da die Schlusswertung doppelt gezählt wird, verloren sie noch einige Plätze. Am Ende sprangen trotzdem noch der 7. (Jasper) und 8. (Silas) Platz heraus, Noah wurde 15.

Im Männerrennen, das mit einigen KT-Fahrern wie so oft stark besetzt war, fuhr Hendrik Eggers von Beginn an sehr aufmerksam und fand sich schon nach wenigen Runden zusammen mit einem der KT-Fahrer zu Zweit in der Spitzengruppe wieder. Schnell konnten sie sich einen kleinen Vorsprung erarbeiten und so konnte Hendrik sich in 2 Wertungen den jeweils 2. Platz erkämpfen. Und schon schlug die Defekthexe zum zweiten Mal zu. Plötzlich konnte Hendrik in der Abfahrt und auf der anschließenden Geraden vorne nicht mehr auf das große Kettenblatt schalten, was so hohe Geschwindigkeiten quasi unmöglich zu fahren macht. Er fiel in das große Hauptfeld zurück, wo er sich (nicht zuletzt durch seine Bahn-Erfahrung) mit sehr kleinen Gängen bis zum Ende des Rennens halten konnte. Durch seine 4 gesammelten Punkte erreichte er trotzdem noch einen sehr starken 5. Platz!

Am Wochenende dann wartete eins der großen Highlights des Jahres auf unsere Fahrerinnen und Fahrer. Bereits am Samstag fanden in Pattensen die Landesmeisterschaften im Einzelzeitfahren statt, die meist den echten „Spezialisten“ vorbehalten sind. Als solche Spezialisten erwiesen sich auch unsere Jüngsten in der Klasse der U13. Hier konnte nach 5 km und einer Fahrzeit von 10:12 Minuten Max von Amsberg den Vizemeistertitel holen, Jakob Fuchs und Silias Seifert kamen auf die Plätze 4 und 5. In der Klasse der Jugend U17 bestätigte Ole seine Favoritenrolle und fuhr zum Sieg und Meistertitel. Mit 24 beziehungsweise 25 Sekunden Rückstand folgen Jasper Schröder und Noah Balgenorth, ein rein blau-gelbes Podium also, auf Platz 7 folgte Silas Kuschla. Während er die kurzen Belastungen im Rennbetrieb noch nicht ganz gewohnt ist, konnte Christopher Plenefisch im Zeitfahren der U19 seine Stärke unter Beweis stellen und fuhr dort auf den 6. Platz. Bei den „Senioren“ konnte Michael Zwick den 10 Platz erringen.

Die Straßenrennen wurden am Sonntag bei erneut kaltem und windigem Wetter auf dem sehr hügeligen Kurs in Remlingen ausgetragen. Schon um 9 Uhr morgens bei 4°C wurden unsere drei U13-Fahrer auf den Kurs gelassen. Da der Kurs mit seinen zum Teil sehr steilen Bergen selektiv war, kamen sie alle einzeln ins Ziel. Max von Amsberg stellte seine starke Form vom Vortag unter Beweis und erreichte erneut den Vizemeistertitel. Tags zuvor noch auf dem undankbaren 4. Platz konnte sich Jakob Fuchs diesmal mit dem 3. Platz eine Medaille sichern, Silias Seifert überquerte die Ziellinie als 6. In der weiblichen U17-Klasse konnte Isabell Sander auf den 2. Rang fahren, ähnlich gut fiel das Ergebnis bei ihren männlichen Kollegen aus. Hier siegte erneut Ole Geisbrecht und wurde damit Doppel-Landesmeister! Noah Balgenorth fuhr auf dem 6. Rang durchs Ziel, einen Platz hinter Silas Kuschla, der nach der langen Cross-Saison und der folgenden Pause nun wieder seine ersten Straßenrennen bestreitet. Glück im Unglück hatte Jasper Schröder. Bei der Beschleunigung aus einer Kurve heraus blockierte plötzlich unerwartet sein Hinterrad, sodass er stürzte. Glücklicherweise trug er nur oberflächliche Verletzungen davon, ärgerlich ist es natürlich trotzdem.
Im Rennen der Senioren kam es bereits in den ersten 2 Runden an den Anstiegen zu einer deutlichen Selektion, der sowohl Michael Zwick als auch etwas später Patrick von Amsberg zum Opfer fielen. René Kühnast konnte bis zum Ende in der 9-köpfigen Spitzengruppe gut mithalten und wurde am Ende Vierter.
Das Männerrennen rund um Mitfavorit Hendrik Eggers führte über 13 Runden und damit 120 km mit ca. 2000 Höhenmetern. Das Rad nach dem Defekt am Mittwoch gründlich durchgecheckt ging es los, die ersten Runden wurden mit mäßigem Tempo gefahren, bevor in Richtung Rennmitte die Geschwindigkeit immer weiter angezogen wurde und sich ein regelrechtes Ausscheidungsfahren entwickelte. Aus dem Materialfahrzeug konnte man plötzlich gut beobachten, wie Hendrik mehrfach aus dem Pedal ging und sich mit seinem Fuß an seiner Schaltung zu schaffen machte. Böses ahnend, schien das Problem aber wieder behoben und so ging das Rennen weiter, mittlerweile bestand die Gruppe aus kaum mehr als 10 Fahrern. Die Probleme mit der Schaltung tauchten erneut auf, Hendrik lies sich jedoch nicht davon beeindrucken und fand sich 4 Runden vor Schluss in der nur noch 4-köpfigen Spitze wieder. Als er mit Fabian Schuppert zu zweit in die letzte Runde ging, belauerten die beiden sich, griffen immer wieder an. Vom langen Rennen gezeichnet konnte sich jedoch keiner entscheidend absetzen und so kam es unweigerlich zum Sprint. Hendrik wurde Zweiter, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie sich herausstellte, hatte er fast die Hälfte des Rennens nur noch 2 Gänge zur Verfügung, da er hinten überhaupt nicht mehr schalten konnte. Für so eine erhebliche Einschränkung eine unglaubliche Leistung und ein tolles Ergebnis.