Strava Tagebuch

Bevor sich die Straßen-Rennsaison allmählich dem Ende neigt, hatten es die letzten Wochen noch einmal ordentlich in sich. Bei insgesamt 12 verschiedenen Veranstaltungen standen unsere Rennfahrerinnen und Rennfahrer in den vergangenen 14 Tagen am Start. Doch der Reihe nach:

Bereits am Freitag den 23.8. starteten die Young-Classics, eine der größten deutschen U17-Rundfahrten mit einem stark besetzten, internationalen Fahrerfeld. Gleich an Anfang konnte die niedersächsische Mannschaft mit Ole Geisbrecht, Jasper Schröder und Noah Balgenorth mit dem 12. Platz im Mannschaftszeitfahren auf sich aufmerksam machen. Auf der ersten, typisch für die U17-Rennen sehr nervösen Straßenetappe kamen unsere drei dann nur im hinteren Bereich des Feldes ins Ziel, doch im anschließenden Zeitfahren zeigten sie, dass sie nicht auf Platz 100 gehören, dort wurde Ole 30., Jasper 34. und Noah 76. Auf der letzten Etappe, die größtenteils auf der Strecke der Profis gefahren wurde, gelang es ihnen, allen Stürzen aus dem Weg zu gehen. Sie verloren keine weitere Zeit und so konnten sich alle 3 in der Gesamtwertung zur vorderen Hälfte der 127. Fahrer zählen, die das Ziel erreichten. Am besten war Ole als Gesamt-32., Jasper wurde 34. und Noah belegte den 47 Platz.

Nachdem unsere Nachwuchsfahrer in letzter Zeit viele Kilometer bei Deutschen Meisterschaften abgespult haben, war nun auch Männerfahrer Hendrik Eggers an der Reihe. Bei den Deutschen Steher-Meisterschaften auf der Radrennbahn in Bielefeld startete er zunächst im Vorlauf, wo er sich gegen die starke Konkurrenz einiger KT-Fahrer nicht ganz durchsetzen konnte. Das B-Finale verlief dann jedoch deutlich erfreulicher, er setzte sich schnell an die Spitze des Rennens, kontrollierte es nach Belieben und erreichte mit dem Sieg dort den 8. Gesamtrang.

Gleich am nächsten Tag standen sowohl für Hendrik, als auch für unsere Nachwuchsfahrer Jasper Schröder (U17), Christopher Plenefisch und Matteo Oberteicher (beide U19) und Seniorenfahrer Michael Zwick die Landesmeisterschaften am Berg in der Nähe von Osnabrück auf dem Programm. Auf der gut 2 km langen Runde, auf der jeweils ein ca. 1 km langer Berg mit bis zu 10% Steigung erklommen werden musste, wurden die Fahrerfelder in allen Rennklassen schnell selektiert.

Auch in den vergangenen Wochen waren unsere Rennfahrerinnen und Rennfahrer wieder bei zahlreichen Radrennen in ganz Deutschland vertreten. Beim „wichtigsten“ Ereignis in dieser Zeit, den Deutschen Bahnmeisterschaften (wo die Elite-Rennen sogar bei ARD und ZDF im Fernsehen zu verfolgen waren), war neben Trainer Marcin Latussek auch Gaby Biermann als Betreuerin dabei und hat die 5 Tage in Berlin in einem schönen Bericht zusammengefasst:

 Deutsche Bahnmeisterschaften 2019

„Vom 31.7. bis 4.8. fanden im Berliner Velodrom im Rahmen der „Finals“ auch die Deutschen Bahnmeisterschaften 2019 statt. Von Blau-Gelb Langenhagen waren Jasper Schröder und Ole Geisbrecht dabei. In der Frauenklasse startete in den Kurzzeitdisziplinen unser Ehrenmitglied Emma Hinze. Die Anreise erfolgte bereits am Dienstag, damit die Jungs sich in der angesetzten Trainingszeit an die Bahn gewöhnen konnten. Mittwoch ging es dann mit der Einerverfolgung über 2000 m los. Jasper belegte hier den 22. Platz, Ole wurde 31. Im Zeitfahren über 500 m am selben Abend wurde Ole 12., Jasper 15.

Donnerstagmorgen waren die Mannschaftsverfolger an der Reihe. Die Mannschaft LV Niedersachsen/LV Hamburg startete mit den Fahrern Ole Geisbrecht, Jasper Schröder, dem Buchholzer Tom Köbernik und Noa Metzler von der RG Hamburg. Nach den Trainingsergebnissen, die noch ausbaufähig waren, da das Team in dieser Zusammensetzung noch nie zusammen gefahren war, stellte unser Trainer Marcin Latussek die Fahrer gut ein. Optisch sah es schon sehr gut aus, die Zeit reichte dann am Ende zum 9. Platz. Im Punktefahren am Freitag kamen Jasper und Ole leider nicht über die Vorläufe hinaus, was in erster Linie der fehlenden Bahn-Erfahrung geschuldet ist. 

Auch wenn sich der Rennsport aktuell in einer Art Sommerloch befindet, ein paar Radrennen kann man dennoch im Kalender entdecken. So geschehen beispielsweise am Wochenende des 22. und 23. Juni, an dem sich vereinzelte Fahrer in die brütende Hitze begaben und fleißig um die Ecken fuhren. Jasper Schröder nahm am 4. Rennen des Specialized-Cups im hohen Norden auf dem ADAC-Gelände Boksee teil. Dort belegte er hinter Tom Köbernik den 2. Rang.
Am selben Tag war René Kühnast in Wernigerode in der Amateur-Klasse der Männer vertreten. Bestens platziert stürzte er leider in der letzten Kurve der letzten Runde. Glücklicherweise kam er ohne Knochenbrüche aber mit viel Hautverlust davon, fuhr noch ins Ziel und konnte so dank der vorher ausgefahrenen Kriteriumswertungen den 10. Platz sichern. Ein schwacher Trost für einen am Ende leider gebrochenen Rahmen.
Besser lief es bei Hendrik Eggers. Am Sonntag den 23. Juni war er beim „Brockenkönig“ im Einsatz, einem gut 8 km langen Bergzeitfahren von Schierke auf den Brocken. Nach 19:23 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 25 km/h belegte er im Ziel den 2. Platz.

Im Radsport herrscht Hochsaison. Da der Rennkalender von Mai bis Juli mit pro Wochenende mehreren Rennen vollgepackt ist, gibt es aus den vergangenen 2 Wochen wieder einiges zu berichten.
Unsere U13-Fahrer Jakob Fuchs, Silias Seifert, Alexander Geiz und Max von Amsberg fuhren bei der Ostthüringen-Rundfahrt in und um Gera ihr erstes mehrtägiges Etappenrennen. Der Prolog am Freitag, wurde bei insgesamt 131 Startern (allein in der U13-Klasse!) in 4 Rennen aufgeteilt, damit sich die Fahrer erst einmal an die größeren Fahrerfelder gewöhnen konnten. Für unsere 4 ging es von vorne herein in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln, da es ihre erste große Rundfahrt mit einem solchen Fahrerfeld war. Sie schlugen sich wacker, bester Prolog-Fahrer war Max von Amsberg, der in seinem Rennen den 16. Platz erreichte. Am nächsten Morgen ging es bereits um 9 Uhr weiter, mit dem Geschicklichkeitsfahren. In dieser seltenen Disziplin geht es darum, in einem festgelegten Parkour ohne Fehler (z.B. Umwerfen eines Hindernisses) zu bleiben und eine möglichst schnelle Zeit zu erzielen. Hier wurde am Gesamtergebnis deutlich, dass diese Disziplin vor allem im ostdeutschen Raum öfter Bestandteil der Rennen ist, bester Blau Gelber war Jakob Fuchs auf dem 74. Rang. Am selben Nachmittag startete dann die erste „große“ Etappe mit dem gesamten Fahrerfeld. Entsprechend nervös war es schon bei der Übersetzungskontrolle und anschließend in der Startaufstellung, wo bei manch einem Trainer und Sportler die Nerven blank lagen und gedrängelt und geschubst wurde, um eine möglichst gute Startposition zu erreichen. Unsere 4 ließen sich nicht davon beeindrucken und so startete Max aus einer der ersten Reihen in perfekter Ausgangslage.

Bereits seit über 50 Jahren findet am 1. Mai das traditionsreiche Radrennen am Lindener Berg statt. Abgesehen davon, dass es eins der größten und bestbesuchten Rennen der Umgebung ist, wird es gerne als letzter großer Test vor den Landesmeisterschaften am Wochenende genutzt. Und so fuhren dort auch in diesem Jahr unsere Rennfahrer wieder den gefürchteten Pflasterberg hinauf und kämpften um gute Platzierungen. Zuerst waren unsere U17er an der Reihe: Mit Silas Kuschla, Jasper Schröder, Noah Balgenorth und Ole Geisbrecht in voller Mannschaftsstärke am Start, gingen schnell die ersten Attacken. Mit dabei immer wieder Ole und Jasper, die Gruppen konnten sich jedoch nie entscheidend absetzen. Dann der erste Defekt, es sollte nicht der letzte in dieser Woche gewesen sein. Ole trat nach der Kurve an, doch plötzlich gab der Freilauf des Hinterrads nach und er trat ins Leere. Geistesgegenwärtig reagierte er genau richtig, sprang vom Rad, zog die Radschuhe aus und lief mit seinem Rad den ganzen Lindener Berg hinauf, um oben den Defekt anzuzeigen und so eine Rundenvergütung zu bekommen. Angefeuert von den Zuschauern sprang er wieder aufs Rad, musste das Rennen nach wenigen weiteren Runden allerdings endgültig aufgeben. Da das Rennen als Kriterium ausgetragen wurde, mussten die Fahrer fleißig Punkte sammeln. Dies gelang auch, sowohl Jasper als auch Silas hatten bereits 2 Zähler, als es in die letzten Runden ging. Allerdings ließen dort etwas die Kräfte nach und da die Schlusswertung doppelt gezählt wird, verloren sie noch einige Plätze. Am Ende sprangen trotzdem noch der 7. (Jasper) und 8. (Silas) Platz heraus, Noah wurde 15.

Beim ersten Heimrennen des Jahres waren unsere Rennfahrerinnen und Rennfahrer mit 8 Podiumsplätzen und 3 Meistertiteln bei den Bezirksmeisterschaften wieder einmal sehr erfolgreich! Auf dem gewohnten 1,2 km langen Rundkurs auf dem ehemaligen Expo-Gelände wurde wie alle Jahre wieder bei sämtlichen Rennklassen innerhalb der ersten Runden attackiert und die Fahrerfelder sehr in die Länge gezogen. Schon bei den Kleinsten zeigten unsere U13er, dass mit ihnen zu rechnen ist. So fuhr Max von Amsberg mit Platz 2 aufs Podium und holte sich die Silbermedaille, 3. wurde Jakob Fuchs. Auf Platz 5. kam Alexander Geiz, der sein erstes Radrennen überhaupt fuhr und dessen Vater bereits morgens im Masters-Rennen stürzte. Denkbar ungünstige Voraussetzungen also. Doch Alex kämpfte sich trotzdem durch und erreichte so einen Platz vor Silias Seifert das Ziel, der auf Rang 6 kam. Im Masters Rennen, das für Thomas Geiz wie schon erwähnt leider mit einem Sturz endete, fuhr Michael Zwick aufmerksam im Feld und lauerte auf seine Spezialität, den Sprint. Er hatte Glück und es konnte sich keine Gruppe absetzen. So gewann er in der Wertung der Bezirksmeisterschaft die Goldmedaille und bescherte dem Verein damit den ersten Meistertitel des Tages. 

Bei deutlich besserem Wetter als noch vor 2 Wochen ging es am gestrigen Sonntag in Esplingerode nahe Duderstadt weiter, mit dem 2. Rennen der noch jungen Rennsaison. Wie so oft mussten die jüngsten Rennfahrer und -fahrerinnen am frühesten aufstehen, um den welligen 8,5km langen Rundkurs unter die Räder zu nehmen. In der U13-Klasse fielen schon in der ersten Runde auf dem selektiven Kurs einige Fahrer zurück, Jakob Fuchs und Max von Amsberg bissen sich jedoch in der ersten, 6 Fahrer starken Gruppe fest. Leider hatte Max in der 2. Runde einen Defekt, verlor viel Zeit, fuhr jedoch weiter und erreichte noch den 6. Platz. Jakob wurde weiter vorne fünfter. Auch Silias Seifert kämpfte sich über die vielen Höhenmeter und kam in seinem zweiten Radrennen auf den 7. Rang.

In der nachfolgenden Klasse der U17 gingen mit Noah Balgenorth, Jasper Schröder und Ole Geisbrecht 3 sehr aussichtsreiche Kandidaten für das Podium auf die für sie 51 km lange Strecke. Nachdem nach der ersten Runde das Feld noch geschlossen war, gingen in Runde 2 die Attacke los. Obwohl Ole am Berg kurz vor dem Ziel immer wieder angriff, lies ihn das Feld (noch) nicht ziehen. In der 3. Runde schaffte er jedoch den Absprung und erreichte am Ende der Runde bereits mit 40 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Im Hauptfeld herrschte teilweise Uneinigkeit, wo Jasper fleißig versuchte Störarbeit zu leisten. So konnte Ole seinen Vorsprung konstant ausbauen und fuhr dem sicheren Sieg mit fast 2 Minuten Vorsprung entgehen, den er ausgiebig feiern konnte. Obwohl Jasper erst im ersten Jahr der U17 ist, fuhr er einen sehr starken Sprint, nur knapp von einem Erfurter Fahrer geschlagen und kam als 3. ebenfalls auf das Siegerpodest. Noah Balgenorth hatte leider gleich zu Beginn des Rennens einen Hinterraddefekt und konnte so nicht mehr in das Renngeschehen eingreifen, fuhr das Rennen aber auch zu Ende.